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Dienstag, 3. August 2010

Émile van Hamsterdamm - verstorben am 27.07.2010

Nachdem wir am Sonntag die überraschenden Ergebnisse bekommen haben (siehe letzter post) haben wir die Tests am Montag wiederholt, mit den selben Ergebnissen. Gegen ein baldiges Ende sprach aber sein Zustand: er war gut drauf, wie immer, zeigte keinerlei Wesensveränderung.
Dienstag in der früh fiel mir auf, dass er nicht alle seiner Leckerchen gefressen hatte und mittags schaute ich noch einmal gezielt zu ihm. Dabei fand ich ihn apathisch im Gehege liegend. In Absprache mit einer kundigen Vet-studentin, die den Fall Émile mitverfolgt und sich bei verschiedenen Quellen kundig gemacht hatte, wurde aufgrund des wenigen fehlenden Futters eine Hypoglykämie vermutet. Wir flößten ihm Wasser ein, später dann einen milden Aufbaubrei. Leider zeigte er weder auf Wasser, noch den Brei eine Reaktion, sein Zustand verschlechterte sich zwar nicht, besserte sich aber auch nicht. Gemeinsam suchten wir dann einen Tierarzt auf, der unsere Vermutung bestätigte: Émile war bereits ins diabetische Koma gefallen, aus dem er nicht mehr rauskommen würde. Daher entschloss ich mich, ihn vor Ort gehen zu lassen.
2 Wochen vor seinem Tod waren die Testergebnisse ohne Änderung (2000mg/dl Glukose; Keton negativ). 2 Tage vor seinem Tod ergab der Test ein Sinken des Glukosewerts (auf 500mg/dl) und erstmals ein positives Ketonergebnis (160mg/dl). Am abend vor seinem Koma ging es ihm nach wie vor blendend, trotz erhöhter Aufmerksamkeit wegen der veränderten Urinwerte sind uns keine Änderungen aufgefallen. Er war bis zum Schluss ein aufgeweckter kleiner Kerl. Émile wurde nur 4,5 Monate alt.


Anbei eine Graphik von seinen Trinkmengen im Juli

Sonntag, 25. Juli 2010

Sorgen um Émile

Émile hat in den letzten Tagen ziemlich stark abgenommen. Er wiegt jetzt nur mehr 37g, anstatt seiner angepeilten 40-45g. Deswegen und wegen seines Alters (kritische Phase 4. Monat) haben wir gleich einen Test gemacht, bei dem leider der Ketonwert beim Höchstmessbaren angeschlagen hat (>160mg/dl). Interessanterweise ist der Glukosewert von seinen üblichen >2000 auf 500mg/dl gesunken, was wir uns im Moment noch nicht erklären können. Wir werden morgen den Test noch einmal wiederholen, um Gewissheit zu haben.

Edit: Ein erneuter Test am nächsten Tag zu einer anderen Tageszeit ergab wieder die Werte <160mg/dl bei Keton und bei Glukose 500mg/dl.
Émile bekommt nun Unmengen von Gemüse, sodass er den ganzen Tag über immer etwas zur Verfügung hat. Zudem wird mit Nüssen und Insekten (lebend und getrocknet) versucht, sein Gewicht ein wenig zu halten bzw. den Verlust zu verlangsamen.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Émile: Juni 2010

Der Juni mit Émile ist nun um, Zeit für einen kleinen Bericht.

Gewicht: In nicht einmal 6 Wochen hat Émile nun von 53g auf 44g abgenommen, beim Gehen ist deutlich seine Taille zu sehen, er hat eine gute Körperform, weswegen wir beschlossen haben, ihn dauerhaft wohl zwischen 40-45g zu halten. Zu der Entscheidung hat auch beigetragen, dass es sich bei ihm nahezu eindeutig um Diabetes Typ I handelt, die gerade in den kritischen Phasen und im Alter mit schnellem Gewichtsverlust gekoppelt ist, weswegen wir uns eben absichtlich dazu entschieden haben, ihn in einem guten Gewichtsrahmen zu belassen.

Testergebnisse: Wir haben 3 Mal Urinproben gesammelt, da es jedes Mal ca. 0,35ml waren hatten wir immer mehr als genug für einen Keto-Diastix plus zusätzlich einem Combur 5. Der Combur war jedes Mal bei allen Werten, bis auf Glukose, negativ, der KetoDiastix hat bei Keton zwar immer negativ angezeigt, leider ist der Glukosewert in den letzten 6 Wochen deutlich sichtbar von knapp unter 2000 auf 2000+ angestiegen.

Futterverhalten: Émile bekommt nun 2mal tgl. je ein volles Gemüseschüsserl, mitlerweile frisst er neben Gurke endlich auch Zuchini, Brokkoli, und auch gern mal die einen oder anderen frischen Kräuter. Von seiner Körnermischung wird er nun wohl ca. 5-6g tgl. bekommen, um auf seinem aktuellen Gewicht zu bleiben. Des weiteren hat er ein extra Sprossenschüsserl bekommen, in dem mehrfach tgl. Sprossen gegeben werden, daruntergemischt über den Tag verteilt auch bis zu 20 BHK-Sprossen, da er die intensiver wirkenden BHK-Samen leider nicht mehr frisst.

Medikation: Nach vielen Bücher wälzen und Gesprächen mit Tierärzten, Vet-StudentInnen und anderen DiabeteshamsterbesitzerInnen haben wir uns nun doch dazu entschlossen, Émile nicht mit Glipiziden zu behandeln, da es aufgrund seiner so früh aufgetretenen Diabetes kaum Hoffnung auf Verbesserung gibt. Dabei sind wir draufgekommen, dass wir die Risiken der Nebenwirkungen aber auf uns nehmen würden, wenn es Chancen auf eine Zustandsverbesserung für ihn gäbe.

Trinkverhalten: Diesmal hab ich mich an eine Grafik gewagt ;) Sein bisheriger Höchststand überhaupt war am 25.06.2010 mit 22,5ml. Interessanterweise war nur kurz zuvor, am 21.06.2010 sein absolut niedrigster Wert mit 3ml.

(zum Vergößern anklicken)
Aktivität: Émile ist nach wie vor sehr häufig, aber jedes Mal eher kurz draußen. Seit dem spürbaren Sommerbeginn, obwohl es bei ihm im Zimmer selbst im Hochsommer nie über 24°C hat, haben wir eine Tendenz zur Hyperaktivität erkennen können. Er ist nun viel wuseliger, schneller und unaufmerksamer: teils wirkt es, als ob er sich erst im Laufen überlegen würde, wohin er eigentlich will, um dann zu spät die Richtung zu wechseln.

Backflipping syndrom: Schon zu Beginn ist uns aufgefallen, dass Émile sich häufig auf die Hinterbeinchen stellt und dann stoßweise sein Köpfchen nach hinten reißt, bis er dann deswegen nach hinten kippt. Zunächst dachten wir an Neugierde und eventuell Nervosität, aber im Laufe der Zeit konnten wir diese Situationen sehr gut beobachten und erkennen deutliche Ahnlichkeit zu einer sehr leichten Form des backflipping syndroms. In schlimmer Form haben wir da durch unsere ehemalige Hybridin schon Erfahrung sammeln können und könnten demnach bei Verschlechterung damit umgehen. Wir werden das auf jeden Fall weiterbeobachten.

Allgemein: Émile ist nach wie vor ein ganz bezaubernder kleiner Kerl, der liebend gern auf die Hand geht, sehr neugierig ist und immer an allem teilhaben will. Er lässt sich ganz brav untersuchen und hat auch keinerlei Probleme damit, wenn wir tagtäglich in seinem Gehege herumgreifen, sei es beim Klos reinigen, Wasser wechseln oder beim füttern. Da er so häufig wach ist, war es bisher Gott sei Dank noch nie nötig ihn jemals zu wecken ;)

Montag, 14. Juni 2010

die ersten 3 Wochen mit Émile

Einzug von Émile war am 22.05.2010 im geschätzten Alter von 10 Wochen. Im folgenden Beitrag möchte ich einige Punkte beschreiben, die mir in den ersten 3 Wochen mit ihm aufgefallen sind.

Verhalten dem Menschen gegenüber: Laut Vorbesitzern war er bissig, diese Eigenschaft kann bei mehreren Campbell nachgelesen werden. Das hat sich bei uns nicht bestätigt: Er ist neugierig, aufgeweckt und nicht schüchtern. Bereits nach kurzer Zeit war er handzahm. Für ihn wildfremde Besucher nutzt er gern als Leckerlielieferanten und Handtaxi für den Auslauf ohne jegliche Scheu oder Aggressivität.

Aktivität: Émile ist im Verhältnis zu meinen anderen Hamstern häufig tagsüber wach. Er geht bei diesen nur kurz andauernden Phasen trinken, Sprossen essen, die er tagsüber regelmäßig nachgereicht bekommt und gelegentlich im Laufrad laufen. Abends und nachts sind seine Wachphasen zwar länger als tagsüber, aber kürzer als bei meinen anderen Hamstern um diese Zeit. Meist geht er nach ca. 30 Minuten wieder für eine kurze Pause schlafen und kommt dann im Laufe der nächsten 15 Minuten wieder aus seinem Haus. Die abendlichen Wachphasen nutzt er vielfältiger: er buddelt im Streu und in seiner Sandkiste, durchsucht seine beiden Futterebenen nach seiner täglichen Futterration, verlangt Auslauf und wuselt allgemein viel im Gehege herum. Auch wenn er sehr schnell rennt, würde ihn nicht als hibbelig, sondern entspannt bezeichnen.

Trinkmenge (Graphik wird nachgereicht): Émile hat eine Trinkflasche, damit ich seine genauen Trinkmengen kontrollieren kann, was in einem Napf wahrscheinlich nicht so gut möglich wäre. Seine Trinkmenge variiert stark mit dem angebotenen Gemüseangebot, da er nahezu nur Gurke frisst. Den Erwartungen entsprechend sinkt die Trinkmenge bei steigendem Gukenverzehr. Allgemein ist ein Sinken der durchschnittlichen Trinkmenge in den letzten 3 Wochen zu beobachten.

Futterverhalten: Émile bekommt täglich ca. 3-5g von einer selbstzusammengestellte Trockenfuttermischung (Rezept wird nachgereicht), die er bis auf ein paar Kräuterkleinstteilchen restlos verzehrt. Den ganzen Tag über bekommt er Sprossen (Kleinsämereien), einige davon sind Bockhornkleesprossen. Abends bekommt er ein Glimmaschüsserl voll Gemüse, bis auf Gurke wird aber nahezu alle verschmäht.

Pinkelverhalten: Die ersten paar Tage hat er ins Nest, auf Ebenen und in seine beiden Klos gepinkelt. Mit dem Umräumen des Geheges, sodass er 3 Klos zur Verfügung hatte und die Ebenen als Pinkelstellen zugestellt wurden, hat er von einem Tag auf den anderen begonnen, nur mehr in eines der drei Klos zu pinkeln. Mitlerweile nutzt er alle drei Klos, bevorzugt aber nach wie vor das Klo in seinem Mehrkammernlabyrinth, das in seiner Schlafkammer, gleich neben seinem Schlafplatz steht.

Gewicht: Bei seiner Ankunft bei uns hatte er laut +-1g Feinküchenwaage 53g. Auch die späteren Messungen ergaben ähnliche Werte (heute 47g), allerdings hat er immer gefüllte Backen. Als wir ihm am 6.6. die Backen leerten, war deutlich zu sehen, dass er sichtbar schlanker ist, als vermutet. Leider haben wir in dieser Situation vergessen, sein Gewicht zu kontrollieren und seit dem Zurücksetzen läuft er wieder mit vollen Backen herum.

Testergebnisse: Wir arbeiten mit dem Combur HC 5 bzw. Keto-Diastix Pinkelteststreifen. Den Keto-Diastix nutzen wir für die Kontrolle seines Glukosewerts (beide bisherigen Tests ergaben nahezu 2000) und Ketonwert (beide Male negativ), den Combur um eine etwaige Blasenentzündung nicht zu übersehen, da die Symptome beim Diabeteshamster (vermehrtes Trinken) falsch eingeordnet werden könnten. (beide Male negativ auf alles, bis natürlich Glukose)

Das waren die ersten Infos zu den drei bisherigen Wochen mit ihm.

Hamster Émile van Hamsterdamm



Émile ist ein Campbell, männlich.

Geboren: März 2010
Diabetes diagnostiziert 20.05.2010 (überschritt den Höchstwert (100) von Combur HC5)
Bestätigung durch erneuten Test am 22.05.2010 mit Keto-Diastix: Wert knapp unter 2000.